Sexuelle Identität

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Die Sexuelle Identität umfasst im engeren Sinne alle Zuschreibungen, die ein Individuum im Kontext seiner Sexualität mit Bezug auf sich selbst und bezüglich seiner sozialen Umwelt trifft, wobei diese sowohl von der Umwelt interpretiert als auch beeinflusst werden können. Im weiteren Sinne werden auch Zuschreibungen mit Bezug zum Geschlecht mit einbezogen. Die sexuelle Identität beschreibt also nicht notwendiger Weise nur Tatsachen, wie z.B. die sexuelle Orientierung, die romantische Orientierung, sexuelle Präferenzen oder die Geschlechtsidentität (im engeren Sinne), sondern bezieht sich auch auf den subjektiven und gesellschaftlichen Blickwinkel auf diese sowie die aktive Einordnung des Empfindens in das persönliche Leben durch das Individuum selbst. Daher ist es auch möglich, dass Identität und Orientierung nicht übereinstimmen, also eine Person z.B. eine heterosexuelle Identität annimmt obwohl sie homosexuell ist oder auch eine asexuelle Identität obwohl sie (allo)sexuell ist (oder umgekehrt).

Da Identitäten wandelbar sind ist eine Veränderung der Identitätszuschreibung bzw. Identifikation mit einem Label oder Begriff im Gegensatz zu z.B. einer Veränderung der sexuellen Orientierung prinzipiell jederzeit möglich und wird in der Realität auch häufig vorgenommen. Es sollte aber auch berücksichtigt werden, dass viele Menschen gar keinen Bedarf haben sich mit ihren persönlichen Eigenschaften zu identifizieren und der Begriff der Identität für sie daher größtenteils bedeutungslos ist. Das Annehmen einer bestimmten Identität ist also umso unwahrscheinlicher, desto unbedeutender für das Individuum die Frage ist, welcher Kategorie (wie z.B. asexuell) es angehört bzw. nicht angehört.