Geschlechtsunterschiede

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Da es sich beim Menschen um eine sexuell dimorphe Art handelt bestehen zwischen den beiden Geschlechtern (teils erhebliche) systematische Geschlechtsunterschiede, die sich sowohl auf der körperlichen (einschließlich der Masse und der Struktur des Gehirns[1]) als auch auf der psychischen Ebene und somit auch auf der Ebene persönlicher Vorlieben und Fähigkeiten sowie dem Verhalten manifestieren, welches sich sogar schon vorgeburtlich zwischen den Geschlechtern unterscheidet[2].

Ein einfaches Beispiel für einen stabilen Geschlechtsunterschied ist die mittlere Körpergröße, die bei Frauen (sowohl im globalen Vergleich als auch innerhalb jeder abgrenzbaren Bevölkerungsgruppe) deutlich geringer ist als die der Männer[3]. Der Umstand, dass interindividuelle Unterschiede größer sein können als die zwischen den Gruppenmittelwerten (also z.B. einzelne Frauen existieren, die größer sind als 90% aller Männer) und die Verteilungen daher stark überlappen, ist keine Widerlegung dieser Tatsache. Ganz im Gegenteil sind gerade statistische Unterschiede auf der Gruppenebene von hoher gesellschaftlicher Relevanz (was im Falle der Körpergröße schon jeder Kleidungshändler bestätigen kann).

Die häufig im Umfeld der Gender Studies bzw. auf Grundlage der philosophischen Strömung des Konstruktivismus [4] formulierte (bzw. aus unterschiedlichen soziokulturellen, philosophischen oder religiösen Strömungen übernommene) Vorstellung einer (alleinig oder primär) auf sozialer Konstruktion basierenden Zuschreibung von Geschlechtsunterschieden entbehrt jeder faktischen Grundlage, völlig unabhängig davon welche der vielen möglichen Ebenen der Geschlechtsunterschiede man betrachtet.

Beispielhaft findet sich diese falsche Vorstellung etwa in einem (im universitären Umfeld veröffentlichten) "Leitfaden zur Genderkompetenz" auf Seite 3 [5]:
Geschlecht ist keine „natürliche“ Gegebenheit. Die Tatsache, dass es Frauen und Männer gibt und diese als zwei unterschiedliche Gruppen von Menschen wahrgenommen werden, ist vorrangig das Ergebnis einer Reihe von gesellschaftlichen Zuschreibungen und Erwartungen, die durch Erziehung, Medien, Rollenvorstellungen und Normen vermittelt werden." *

Auch die Vorstellung, dass Geschlechtsunterschiede im Hinblick auf die Persönlichkeit oder Interessen das Resultat ungünstiger Umweltbedingungen oder gesellschaftlicher Zwänge seien, entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Ganz im Gegenteil: Umso freier und gleichberechtigter eine Gesellschaft ist und umso weniger äußere Zwänge bestehen (z.B. durch Armut oder Krieg), desto stärker orientieren sich Menschen an ihren Anlagen (z.B. im Hinblick auf die Berufswahl). Sogar die Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Hinblick auf ihre (selbst zugeschriebenen) Persönlichkeitseigenschaften sind umso größer, desto näher eine Gesellschaft dem Ideal der Gleichberechtigung kommt [6][7][8].


FAQ zu Geschlechtsunterschieden[9]
Frage Antwort Folgen/Bewertung/Hinweise
Waren die Geschlechter in der Evolution unterschiedlichem Selektionsdruck ausgesetzt? Ja da beispielsweise eine Divergenz in der parentalen Investition besteht (auch aufgrund der Diskrepanz in der Nachkommenzahl: Männer können mehr Nachkommen zeugen) Höhere Fürsorglichkeit bei Frauen; höhere Selektivität in der Partnerwahl bei Frauen; durchsetzungsbezogene Wettkampfstrategie bei Männern wegen der Notwendigkeit um Frauen zu konkurrieren.
Welches Argument wird von Gegnern einer biologischen Position gegen die Analyse der Interaktion zwischen Anlage und Umwelt ins Felde geführt? Da wir den biologischen Anteil nicht genau erforscht haben, ist es verfrüht ihn überhaupt zu berücksichtigen Diese Aussage erweckt den Eindruck, der Sozialisationstheorie gebühre der Status der Nullhypothese, was nicht haltbar ist. Vielmehr ist der umgekehrte Ansatz plausibel. Der trägere Mechanismus der Evolution dominiert im Sinne einer Anpassung an langfristig konstante Umweltparameter über längere Sicht den flexiblen Mechanismus der sozialen Anpassung, der für eine schnelle Anpassung an neue Lebensbedingungen nötig ist. Diese Hypothese müsste somit erst von Vertretern der Sozialisationstheorie widerlegt werden was mangels Kenntnissen nicht einmal versucht wird.
Worin besteht ein Unterschied in der Unternehmungslust und der Durchsetzungsorientiertheit bei Jungen und Mädchen und wie ist der Bezug zur Biologie? Jungen lieben meist körperliche Spiele mit Wettkampf/raufen/lärmen etc. und sind hierbei durchsetzungsorientierter als Mädchen. Ihre Unternehmungslust, definiert als Bedürfnis und Toleranz für Abenteuer und Risiko, ist höher. Jungen finden oft extreme Aktivitäten toll. Mädchen zögern eher und sind zurückhaltender und vorsichtiger als Jungen. Jungen sind Wettbewerbsorientierter und bilden früh Rangordnungen aus was auf phylogenetischen Vorgaben beruht: Imponieren, Konfliktreduktion, Unterordnungsbereitschaft (führt im Ergebnis zu Stabilität in der Gruppe). Fötal androgensierte Mädchen verhalten sich wie Jungen. Androgene sind verstärkt bei Männern wirksam. Diese Eigenschaften sind also typisch männlich. Bei männlichen Individuen, die Aufgrund von Androgenresistenz eine feminisierung des Hypothalamus erfahren haben, zeigten sich ausgeprägte feminine Eigenschaften (Interesse an Kinderversorgung, höherer subjektiver Stellenwert der Hausarbeit) und ein stärkeres Zärtlichkeits- und Zuneigungsbedürfnis. Diese und viele weitere Eigenschaften und Interessen sind also biologisch disponiert.
Kann man aus der Bedeutung, die u.a. Androgene für die Entwicklung haben ableiten, dass Frauen „Mängelwesen“ sind, bzw. ihnen etwas fehlt? Nein, da der modifizierende Charakter der Androgene berücksichtigt werden muss. Manche Eigenschaften werden durch Androgene aktiviert oder gefördert, andere werden unterdrückt oder verkümmern und können sich somit nur ohne Androgenwirkung entfalten. Dass Frauen keine "Mängelwesen" sind ist eine Selbstverständlichkeit, die aus unerfindlichen Gründen innerhalb der feministisch ausgerichteten Sozialwissenschaften oftmals als neuartige Erkenntnis angepriesen wird.
Auch bei Männern tritt Fürsorglichkeitsverhalten und Einfühlsamkeit auf. Wie unterscheidet sich dieses vom weiblichen Verhalten? Man kann zwei Systeme postulieren. Instrumentelle Variante bei Männern: Der Lebensunterhalt (der Gruppe/Familie/etc.) soll durch die Fürsorge gesichert werden. Pflegerische Aktivitäten als solche sind aber uninteressant. Die Fähigkeit der Männer entsteht somit (primär) aus der Fähigkeit zur Perspektivübernahme, die z.B. auch für die kooperative Jagd benötigt wird.
Bei Frauen finden sich hingegen Hinweise auf ein evolutionär älteres Programm, das bei Männer nicht oder nur rudimentär angelegt ist. Dies sieht man am Kampf der Frauen darum ihre Kinder versorgen zu dürfen (z.B. im Kibbuz) oder an der Bedeutung, die pflegerische Aktivitäten auch bei Berufstätigen haben (Höherstellung der Fürsorgeaufgabe).
Durch gesellschaftliche Inszenierung wie finanzielle Anreize und/oder Bevorzugung bzw. Benachteiligung eines Geschlechts (Beispielsweise durch eine gezielte Förderung von Frauen über Quoten) bzw. durch Diskriminierung bis hin zu Berufsverboten (Beispielsweise von Frauen im vom Islam geprägten Gesellschaften) sowie durch gezielte mediale und politische Beeinflussung (z.B. über Werbung etc.) können anlagebedingte Präferenzen zwar überlagert werden, diese Veränderungen sind aber über die Generationen hinweg nicht stabil (Reboundeffekt spätestens in der zweiten Folgegeneration oder nach Beendigung der Manipulation).
Wie könnte die unterschiedliche Stärke der Ausprägung typisch männlicher oder weiblicher Eigenschaften biologisch zu erklären sein? Je nach Anzahl der Schwangerschaften ändern sich z.B. gewisse Hormonkonzentrationen in der Nabelschnur bei der Mutter (z.B. Progesteron). Diese Hormone können auf die Entwicklung einwirken. Zusätzlich sind auch genetische Varianzen relevant, die wiederum mit der pränatalen Hormonwirkung interagieren. Auch situative Faktoren wie z.B. Stress der Mutter (auch in der Schwangerschaft) oder die bewusste oder unbewusste Einnahme von Substanzen z.B. mit Hormonwirkung (Stichwort: Endokrine Disruptoren [10]) können als Teil der Umwelt betrachtet werden, die wiederum mit den genetischen Anlagen interagiert. Über diese Interaktionsebene können auch soziale Faktoren indirekt einen Einfluss auf den Fötus im Mutterleib ausüben.
Inwiefern führen die genannten biologisch bedingten Unterschiede zur Diskriminierung von Frauen und Menschen mit atypischen Anlagen? Konformitätsdruck und Gruppenbildung führt bei Frauen zu Selbstunterschätzung und bei Männern zu Überschätzung (durchsetzungsbezogen vs. kooperativ etc.). In Konkurrenzsituationen ziehen daher Frauen oft den Kürzeren. Typische Frauenarbeit bringt kein Prestige. Phylogenetisch mussten Frauen unauffälliger sein und Männer mussten imponieren und spektakuläre Dinge tun. Abweichungen von diesem Muster führen daher zu Problemen, insbesondere innerhalb rigider sozialer Gruppen, was nicht nur für Frauen sondern auch für Männer negative Folgen haben kann.



*Um die Unsinnigkeit dieser Aussage in vollem Umfang zu erfassen empfiehlt es sich die Begriffe "Mann" und "Frau" durch beliebige andere Begriffe zu ersetzten wie z.B.:
"Die Tatsache, dass es Elefanten und Hunde gibt und diese als zwei unterschiedliche Gruppen von Tieren wahrgenommen werden, ist vorrangig das Ergebnis einer Reihe von gesellschaftlichen Zuschreibungen und Erwartungen, die durch Erziehung, Medien, Rollenvorstellungen und Normen vermittelt werden.

Siehe auch

Weblinks und Einzelnachweise

  1. https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/geschlechtsunterschiede-zeigen-sich-auch-im-gehirn/
  2. http://psycnet.apa.org/journals/bul/100/1/19/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_K%C3%B6rpergr%C3%B6%C3%9Fe
  4. https://ndpr.nd.edu/reviews/fear-of-knowledge-against-relativism-and-constructivism/
  5. http://www.genderkompetenz.info/w/files/gkompzpdf/gkompz_was_ist_gender.pdf
  6. https://www.psychologie.ch/das-gleichstellungsparadox-erheblich-groessere-unterschiede
  7. https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/paradox-mehr-gleichberechtigung-heisst-auch-weniger-ingenieurinnen
  8. https://psylex.de/psychologie-lexikon/persoenlichkeit/unterschiede-geschlechter/
  9. Von Natur aus anders. Die Psychologie der Geschlechtsunterschiede, Doris Bischof-Köhler, Kohlhammer, 3. Auflage, 2006.
  10. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-34-2005/uid-14483