Autochorissexuell

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Der Begriff Autochorissexuell (Autochorissexualität ~ identitätslose Sexualität) wurde von Anthony Bogaert geprägt um Menschen zu beschreiben, die sexuelle Fantasien haben und ggf. masturbieren, aber keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen empfinden. Kennzeichnend für Autochorissexuelle ist des Weiteren eine Entkoppelung der Fantasien von der eigenen Person, d.h. für Autochorissexuelle haben sexuelle Fantasien keinen Bezug zur ihren tatsächlichen sexuellen Wünschen im Leben und sie nehmen dabei oftmals explizit eine Beobachterperspektive ein. Einige Autochorissexuelle fantasieren auch nur über fiktionale Charaktere oder nicht erreichbare Celebrities und können daher als Fiktophil betrachtet werden. Der Begriff autochorissexuell kann entweder im Sinne von Bogaert als eine Unterkategorie von Asexualität oder aber als Teil des Graubereichs verstanden werden. Der Begriff ist trotz der Verwendung durch Bogaert sowohl im wissenschaftlichen Kontext als auch allgemein außerhalb der asexuellen Community kaum gebräuchlich und wird auch innerhalb dieser nur relativ selten verwendet.

Als Synonym für Autochorissexuell wird innerhalb der Community teilweise auch der Begriff Aegosexuell verwendet (erfunden auf Tumblr im Jahr 2014), da Bogaert den Begriff der Autochorissexualität in den Kontext der Paraphilien einordnet, was als Herabwürdigung angesehen werden könnte. Allerdings verwendet Bogaert den Begriff der Paraphilie in seinem Paper lediglich im Sinne "ungewöhnlicher sexueller Interessen" (Zitat aus der Einleitung: "some individuals who report no subjective sexual attraction for others, a common definition of asexuality, have unusual sexual interests (i.e., paraphilias)") und nicht in der Bedeutung eines sexualpathologischen Fachbegriffs, d.h. er bezieht sich in seiner Zuordnung nicht auf den für Paraphilien kennzeichnenden Aspekt der Fremd- bzw. Selbstschädigung.

Literatur

Originalarbeit von Bogaert (2012)